Blasmusik mit Witz

Stadtkapelle eröffnet Saison mit Alphörnern und Mundart

Hey-Rufe und Beichtstuhl-Pointen erheitern Publikum im Hofgartensaal Aulendorf

 


Das Frühschoppenkonzert der Stadtkapelle Aulendorf, verbunden mit Einlagen des Mundartdichters Hugo Breitschmid, stand zu Recht unter dem Motto „Blasmusik mit Witz“ und sorgte um die Mittagsstunden des strahlenden Aprilsonntags für einen vollen Hofgartensaal, der eingedeckt mit weißem Tuch und Kerzen nicht nur zum Zuhören einlud.

Die Idee hinter der Veranstaltung im Aulendorfer Hofgartensaal war laut Stadtkapellenvorstand Werner Leser zum einen, dass die neue Saison der Stadtkapelle mit etwas Besonderem eröffnet werden sollte, und zum anderen die Tatsache, dass man für die Menschen in der Stadt etwas bieten wollte: „Wir versuchen, die frühere Tradition des städtischen Kurkonzerts, das ja auch hier im Hofgarten stattfand, wieder aufleben zu lassen.“

Charmanter Moderator
So gab es quasi als „Apéritif“ einen Block mit drei Musikstücken der Stadtkapelle, ehe Hugo Breitschmids erste Einlage mit schwäbischen Reimen passend zum Sonntagmorgen kam. Bei der „Vorspeise“ der Musiker gab es für die Zuhörer besondere Genüsse beim Stück „Hootenanny“ von Harold L. Walters: Neben Soloeinlagen für das Posaunenregister waren knifflige Tempowechsel zu meistern, die aber sicher vom Dirigent Jochen Schlagmann geführt wurden. Helmut Heydt verstand es charmant, die weiteren „Zwischengänge“ anzumoderieren, wie beispielsweise das mit Hey-Rufen begleitete Stück „Morgenblüten“, während sich das Publikum im Saal bereits den eigenen „Hauptgang“, wie Maultaschen mit Kartoffelsalat, schmecken ließ.

Gereimte Unterhaltung
Hugo Breitschmid, der erfahrene Mundartdichter aus Dürnau, kennt die Stadtkapelle aus früheren gemeinsamen Auftritten und sorgte zwischen den musikalischen Gängen mit seinen gereimten Geschichten, wie beispielsweise die der Beichte der Esmeralda, für Unterhaltung. Das schwäbische Reimen geht ihm seit frühester Jugend leicht von der Hand, und er freut sich bereits auf das Erscheinen seines neuen Buches.

Zweifellos ein Höhepunkt und der Kategorie „Hauptgang“ zuzuordnen waren die Stücke „Der alte Dessauer“ mit den Trompetensolisten Severin Hänsler und Sebastian Manz sowie die „Alfons-Polka“ von Berthold Schick. Hier spielten drei Alphörner aus einer anderen Ecke des Hofgartensaals, begleitet von der Stadtkapelle.
Sebastian Manz, Tenorhornspieler Matthias Dorner und der Tubist Anton Müller meisterten die Herausforderung, die dieses Naturtoninstrument stellt, souverän.
Die Stimmung im Hofgartensaal war gut und am Ende fast alle Plätze mit zufriedenen Menschen besetzt. Gertrud und Hermann Weber aus Aulendorf, die fast kein Konzert der Stadtkapelle Aulendorf auslassen, sind sich jedenfalls einig: „Wir finden es toll, dass es mal wieder ein Frühschoppenkonzert gab!“

SZ-Artikel von Sabine Jacob